05. April 2020 MUT MACHEN 21

Wochengebet für den 6. Sonntag der Passionszeit – Palmsonntag

Wir halten dir unsere Herzen hin, Jesus Christus, wir strecken dir unsere Hände entgegen. Wir wollten dir entgegengehen, wir wollten mit dir laufen und hineinziehen in deine Stadt. Aber wir können nur mit unseren Herzen zu dir kommen. Nur unsere Sehnsucht ist auf dem Weg zu dir. Nur unsere Gebete. Sie sind alles, was wir haben. So beten wir für die Kranken für die, denen keine Medizin mehr helfen kann, für die, die einsam sterben, für die, die unter der Last dieser Tage zusammenbrechen. Komm zu ihnen mit deiner Liebe und heile sie. Höre uns. So beten wir für die Menschen, die in Krankenhäuser und Pflegeheimen arbeiten, in Feuerwachen und Apotheken, in Kitas und Supermärkten, in Laboren und in Ställen, in Ämtern und Gemeinden. Komm zu ihnen mit deiner Freundlichkeit und behüte sie. Höre uns. So beten wir für die Menschen, die in der Sorge dieser Tage in Vergessenheit geraten, die Flüchtlinge, die Opfer von häuslicher Gewalt, die Verwirrten und Missbrauchten, die Hungernden, die Einsamen. Komm zu ihnen und rette sie. Höre uns. Wir halten dir unsere Herzen hin und danken dir für den Glauben. Wir danken dir dass wir zu dir und zueinander gehören. Wir danken dir für die Zeichen der Liebe und Verbundenheit, für die freundlichen Worte, für die Musik. Wir danken dir für dein Wort und deine weltweite Kirche. Wir wollten dir entgegengehen und hineinziehen in deine Stadt. Und wir erleben es: Du gehst mit uns durch diese Zeit Heute, in diesen Tagen der Passion, und jeden neuen Tag. Amen.


04. April 2020 MUT MACHEN 20

Meine Angst macht das Virus stark Vertrauen und Hoffnung machen mich stark Gott sei Dank

Eberhard Hadem


03. April 2020 MUT MACHEN 19

Gebet am Abend

Himmlischer Vater Du unser Gott Für uns siehst du Dinge vor die uns zum Besten dienen Mit dem was wir nicht wissen mit dem was wir befürchten mit dem was uns über den Kopf wächst vertrauen wir uns dir an Wandle unsere Angst und unsere Ungewissheit in Vertrauen durch Jesus Christus der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit Amen

Jochen Teuffel, Vöhringen


02. April 2020 MUT MACHEN 18

Bergamo ist eine Stadt in Italien, nordöstlich von Mailand, die besonders unter dem Corona-Virus leidet. Die Zahl der Kranken und der Toten in dieser Gegend ist unverhältnismäßig groß, selbst für den Norden Italiens.

Im Jahr 1630 hat Bergamo schon einmal eine schreckliche Zeit erleben müssen, als die Pest die Stadt in ihren Klauen hatte. Der dänische Schriftsteller Jens Peter Jacobsen hat darüber 250 Jahre später eine Novelle geschrieben ‚Die Pest in Bergamo‘. Eine Geschichte mit einem schrecklichen Ende, wo es am Schluss heißt: „Und das Kreuz stand leer, und das große Werk der Versöhnung ward nie vollbracht.“ Was Jacobsen da erzählt, geht beim Lesen an die Nieren, weil er alles in Frage stellt, wofür der Glaube steht. Er war davon überzeugt, dass Versöhnung mit Gott und auch das Miteinander von einer Seele mit der anderen nie stattfinden werde. Im Gegenteil, das alles sei „eine Lüge“. In Wahrheit, davon ist er überzeugt, ist „eine Seele stets allein.“

Ich erlebe es in den letzten Tagen anders, wenn ich mit Menschen am Telefon spreche oder im Mailkontakt bin. Ja, viele kämpfen mit dem Alleinsein. Manche kämpfen auch damit, dass in der Familie viele auf einem Haufen beieinander sind, aber dennoch jeder für sich ist.

In jedem Gespräch kommt irgendwann der Moment, wo es ums Beten geht, um Fürbitte. Manche erzählen mir, für wen sie beten. Oder sie bitten mich, für sie zu beten. Manche erzählen auch, worüber sie mit Gott sprechen, wie dankbar sie sind, wenn es jemanden an ihrer Seite gibt, der an sie denkt. Sie erkennen, was ihnen trotz allem geschenkt ist.

Wie froh sie sind, dass sie im Garten, im Treibhaus selber etwas anbauen können. Wie sie andere versorgen, ihnen Gemüse an den Gartenzaun stellen. Und wenn sie später wieder hinschauen, dann hat einer mit Sand ein ‚Danke‘ geschrieben. Eine andere mit Blumen dasselbe ‚Danke‘ zu einem Wort gelegt. Der Wind geht darüber, aber im Herzen bleibt es geschrieben: Danke. Danke, dass eine Seele sich mit einer anderen Seele verbindet.

Diese Hoffnung trägt auch mich. In der Bibel (Hebr. 11) heißt es: Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. (…) Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade (…) Der Gott des Friedens (…) mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus.

Gott befohlen
Ihr/Euer
Eberhard Hadem


01. April 2020 MUT MACHEN 17

Warum unsere Panik das Virus stärker macht

Neulich sagt jemand am Telefon zu mir: „Wissens, Herr Pfarrer, wir werden uns ja wahrscheinlich nicht wiedersehen, deshalb vielen Dank für alles.“

Und ich habe u.a. geantwortet: Je mehr Panik wir schieben, je mehr wir unseren Blick nach unten wenden – desto stärker machen wir das Virus. Weil es ihm dann leichter fällt, in unsere Körperzellen einzudringen. Der Geist ist stärker als das Fleisch, stärker als Materie – vergessen Sie das nicht!

Ein Bakterium ist intelligent, es kann sich teilen und wird immer überleben, wenn es nicht von einem Antibiotikum abgetötet wird.

Ein Virus – auch das Corona-Virus – ist dagegen strunzdumm, alleine kann es nicht überleben. Es hat nur eine unvollständige RNA, d.h. es braucht Wirtszellen, denn nur die können ihm helfen zu überleben.

Der Wirt – in diesem Fall der Mensch – kann es dem Virus leicht machen, wenn er raucht, Alkohol trinkt, Drogen nimmt und vieles andere mehr. Aber auch ohne das alles bleibt noch ein großes Einfallstor für das Virus, nämlich – Stress!

Die größten Stress-Macher sind Sorgen, Kummer, Angst, Überforderung u.a.m. Bei der Stressvermeidung kommt es auf den richtigen Umgang an. Nicht von allem kann ich mich distanzieren.

Deshalb bin ich aber nicht hilflos. Ich kann und soll etwas ganz Anderes tun, um den Stress abzubauen, nämlich Sport, Entspannung und – Musik. Und da am besten die Musik, die ich selber mache. Aber auch gehörte Musik hilft.

Der König Saul wusste um die heilende Kraft der Musik, deshalb sollte der junge David die Leier spielen. Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes; sie vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich, so hat Martin Luther die Bedeutung der Musik für Glaube und Gemüt beschrieben.

Also – raus an die frische Luft, egal, ob mit oder ohne Mundschutz, egal, ob selbst genäht oder aus der Apotheke! Entspannen beim Spazierengehen! Und morgens oder abends ein Lied singen, egal, ob mit anderen oder allein. Und auf jeden Fall Musik hören – richtig bewusst hören und genießen!

Gott befohlen
Ihr/Euer
Eberhard Hadem


31. März 2020 MUT MACHEN 16

ein spätes postkyrie zum sonntag judika

ich vermisse den gottesdienst vermisse die lieder die gebete die stille das hören das tun deines wortes gott wenn es sich gehör verschafft zwischen uns ich entbehre die gesichter der gottesdienstmenschen deren wesen mir verborgen ist und ich nicht weiß was sie denken und glauben in jener stunde der gemeinschaft sie fehlen mir herr denn ich erinnere mich wie sie an den worten ziehen an deinen worten herr die gut tun oder rätselhaft sind sehe sie murmeln und kauen und ich mit ihnen an deinen worten herr der du allein die herzen regierst und niemand sonst es ist die nähe und die gesichter und die zugewandten körper und seelen die ich vermisse an sonntagen und in ihnen dich kyrie eleison – herr erbarme dich


30. März 2020 MUT MACHEN 15

Rezept

Jage die Ängste fort Und die Angst vor den Ängsten. Für die paar Jahre Wird wohl alles noch reichen. Das Brot im Kasten Und der Anzug im Schrank. Sage nicht mein. Es ist dir alles geliehen. Lebe auf Zeit und sieh, Wie wenig du brauchst. Richte dich ein. Und halte den Koffer bereit. Es ist wahr, was sie sagen: Was kommen muss, kommt. Geh dem Leid nicht entgegen. Und ist es da, Sieh ihm still ins Gesicht. Es ist vergänglich wie Glück. Erwarte nichts. Und hüte besorgt dein Geheimnis. Auch der Bruder verrät, Geht es um dich oder ihn. Den eignen Schatten nimm Zum Weggefährten. Feg deine Stube wohl. Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn. Flicke heiter den Zaun Und auch die Glocke am Tor. Die Wunde in dir halte wach Unter dem Dach im Einstweilen. Zerreiß deine Pläne. Sei klug Und halte dich an Wunder. Sie sind lang schon verzeichnet Im großen Plan. Jage die Ängste fort Und die Angst vor den Ängsten.

Mascha Kalék
Die paar leuchtenden Jahre
hg. von Gisela Zoch-Westphal
dtv-Verlag 2003


29. März 2020 MUT MACHEN 14

Am heutigen 5. Passionssonntag hätte – ohne Corona – Pfarrer Thomas Hellfritsch aus Hilpoltstein den Gottesdienst mit der Gemeinde in der Ottilienkirche gefeiert. Als kleinen Sonntagsgruß veröffentlichen wir hier seine Gedanken zum Wochenspruch der kommenden Woche:

„Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.“ (Matthäus 20, 28)

Der Wochenspruch für die Woche vor uns ist ein Hinweis auf Ostern. Jesus sagt damit: „Ich bin für euch da, ich stehe zu euch!“ Wie ein Windhauch die einzelnen Samen des Löwenzahns fortträgt, damit sie an verschiedensten Orten keimen und wachsen, so stelle ich mir dieses „Leben geben“ vor, von dem Jesus spricht.

Ostern ist nahe, nur noch zwei Wochen – aber gefühlsmäßig für viele von uns weit weg. Vorgestern habe ich einer Seniorin zugehört. Sie ist in die Kirche gekommen, um eine Kerze anzuzünden und hat erzählt, wie einsam es für sie gerade ist, allein, isoliert in ihrer Wohnung.

Vielleicht ist ja jetzt die Zeit, diese Worte Jesu wieder ganz neu zu entdecken, sie für das eigene Leben fruchtbar zu machen. Vielleicht jemanden anzurufen, den sonst keiner anruft, für jemanden einzukaufen, für den es sonst keiner tut. Einfach Löwenzahnsame sein, irgendwo hinfliegen, fruchtbar sein.

Es sind ja nur noch zwei Wochen bis Ostern.

Ihr Thomas Hellfritsch, Pfarrer

Pusteblume

28. März 2020 MUT MACHEN 13

Ich empfinde diese Tage im Ausnahmezustand so, als würden wir gemeinsam zurückgeworfen auf dieses Grundmoment des Lebens: Bedürftig und abhängig zu sein. Man möchte das ja nicht fühlen als erwachsener Mensch. Schwachheit, angewiesen sein auf Hilfe. Autonomie ist doch die Errungenschaft meines Lebens. Und dass wir Lösungen finden für alle Krisen, das ist der Stolz unserer modernen Gesellschaft. Jetzt ist es aber nicht so leicht. Und sie finden sich sicher – in den Laboren wird auch Hochtouren gearbeitet an der Entwicklung eines Impfstoffes. Wir sind gut informiert, was wir tun können, um uns und andere zu schützen. Im Grunde aber muss jede und jeder akzeptieren: So ist das Leben, so bin auch ich geschaffen. Abhängig, bedürftig. Es gibt kein Ausweichen. Das Bild des Kindes, das an der Mutterbrust saugt, bestimmt unseren Anfang und zeigt zugleich: Das wird nie aufhören. Du wirst immer wieder so bedürftig und gefährdet sein wie am Anfang. Angewiesen darauf, dass dir gegeben wird, was du dir nicht geben kannst.

Melitta Müller-Hansen, Evang. Morgenfeier in Bayern 1 am 22. März 2020
(in ähnlichen Worten im Fernsehgottesdienst im BR am 22. März 2020)


27. März 2020 MUT MACHEN 12

Ein Wort für Sie!

Evangelische Kirche in Rundfunk, Fernsehen und im Internet

Übersicht zu Kirche in Fernsehen, Radio und Internet

öffentlich-rechtliche Radiosender
private Radiosender
Fernsehen

Vorschau: Osternacht in BR Fernsehen
11. April von 22.00-23.00 Uhr aus Bad Reichenhall mit Regionalbischof Christian Kopp, danach in der BR-Mediathek verfügbar

Ein Ohr für Sie!

Einen Menschen am Telefon erreichen

Ab sofort gibt es ein Sorgen- und Hilfe-Telefon, an dem sich bekannte Gemeindeglieder beteiligen – und Sie entscheiden, wen Sie anrufen möchten:

Vorwahl: 09171 -
Heidemarie Bächertäglich12 – 14 UhrTel. 5798
Stefan Erlbachertäglich18 – 19 UhrTel. 899 469
Eberhard HademtäglichTel. 971415
Susanne HammerDi/Mi16 – 18 UhrTel. 88963
Walter KanisMo/Di15 – 17 UhrTel. 70875
Helga und Hans Trautnertäglich10 – 12 UhrTel. 60808
Johanna und Hartmut Vogeltäglich19 – 21 UhrTel. 892186

Wer lieber mit einem unbekannten, aber dennoch vertrauenswürdigen Menschen telefonieren möchte, kann auch die Telefonseelsorge anrufen:
Telefonnummer 0800 111 0 111 (kostenfrei)
Die Telefonseelsorge steht jeden Tag rund um die Uhr für Gespräche zur Verfügung

Gott befohlen
Ihr /Euer
Eberhard Hadem, Pfarrer


26. März 2020 MUT MACHEN 11

Aus Martin Luthers Gutachten von 1527 zu der Frage:
Ob man vorm Sterben fliehen möge

Wohlan der Feind hat uns durch Gottes Verhängnis Gift und tödliche Krankheit herein geschickt, so will ich zu Gott bitten, dass er uns gnädig sei und wehre. Danach will ich auch räuchern, die Luft reinigen helfen, Arznei geben und nehmen, Orte und Personen meiden, da man meiner nicht bedarf, auf dass ich mich selbst nicht verwahrlose und dazu durch mich vielleicht andere vergiften und anstecken und ihnen so durch meine Nachlässigkeit Ursache des Todes sein möchte. Will mich indes mein Gott haben, so wird er mich wohl finden, so habe ich doch getan, was er mir zu tun gegeben hat, und bin weder an meinem eigenen noch an anderer Menschen Tode schuldig. Wo aber mein Nächster mein bedarf, will ich weder Orte noch Personen meiden, sondern frei zu ihm gehen und helfen, wie oben gesagt ist. Siehe, das ist ein rechter gottesfürchtiger Glaube, der nicht dummkühn noch frech ist und auch Gott nicht versucht.

Der Pfarrer zu Breslau, Johannes Heß, hatte Martin Luther um ein Gutachten gebeten, ob man bei herrschenden Seuchen fliehen dürfe. Denn von August bis November 1527 wütete in Wittenberg die Pest. Martin Luther bejahte diese Frage, ja, man dürfe fliehen. Er selbst blieb aber mit einigen anderen Pfarrern in Wittenberg (Quelle: WA Bd. 23, 365-366).


24. März 2020 MUT MACHEN 10

Nachtsegen

gute nacht ihr mutigen und ängstlichen gestressten und gelangweilten ihr witzigen und verliebten kranken und neugeborenen ihr lesenden und unleserlichen ihr fernen und nahen der abend bricht herein die stille kammer da wir des tages jammer vergessen und verschlafen können in wunderbaren warmen betten das ist doch schon was und die kerze in der küche um 19 uhr entzündet mit dem vaterunser (oder dem mutterunser) besonders für ihn und alle… gehen wir in den kommende nacht und in den morgigen tag mutig und auf abstand mit nahem herzen und einer riesigen hoffnung

gabriele herbst magdeburg


23. März 2020 MUT MACHEN 9

Wie eine Mutter einen Mann, ihren Sohn tröstet, so will ich euch trösten
Bibeltext des 4. Passionssonntag 22. März 2020 – Jesaja 66,13

Solidarität ist so etwas wie mütterlicher Trost für Erwachsene
Melitta Müller-Hansen, Fernseh- und Radiopredigerin

In einem gemeinsamen Wort der katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirchen in Deutschland „Beistand, Trost und Hoffnung“ heißt es u.a.:

Wie alle unverschuldete Not, die über die menschliche Gemeinschaft kommt, so kennt auch diese Krise keine Gerechtigkeit. Sie trifft die einen nur ganz am Rande, die anderen, oft genug die Schwachen, aber mit aller Härte. Deshalb, aber auch wegen der notwendigen Isolation der Menschen, sind das Füreinander-Dasein und die Solidarität in dieser Zeit so unabdingbar, um das humane Angesicht unserer Gesellschaft nicht zu entstellen oder gar zu zerstören. (…) Gerade weil in diesen Tagen viele Grenzen und Barrieren zwischen Menschen errichtet werden müssen, dürfen die Grenzen nicht in den Herzen hochgezogen werden. (…)

Als Christen sind wir der festen Überzeugung: Krankheit ist keine Strafe Gottes – weder für Einzelne, noch für ganze Gesellschaften, Nationen, Kontinente oder gar die ganze Menschheit. Krankheiten gehören zu unserer menschlichen Natur als verwundbare und zerbrechliche Wesen. Dennoch können Krankheiten und Krisen sehr wohl den Glauben an die Weisheit und Güte Gottes (…) erschüttern. Krankheiten und Krisen stellen uns Menschen vor Fragen, über die wir nicht leicht hinweggehen können. Auch wir Christen sind mit diesen Fragen nach dem Sinn menschlichen Leids konfrontiert und haben keine einfachen Antworten darauf. Die biblische Botschaft und der christliche Erlösungsglaube sagen uns Menschen jedenfalls zu: Gott ist ein Freund des Lebens. Er liebt uns Menschen und leidet mit uns. Gott will das Unheil nicht. Nicht das Unheil hat darum das letzte Wort, sondern das Heil, das uns von Gott verheißen ist. (…)

In diesen Zeiten der Verunsicherung begleiten Sie alle unsere Gebete und Segenswünsche! Bleiben Sie behütet an Leib und Seele. Gott segne Sie!

Bonn und Hannover, den 20. März 2020

Bischof Dr. Georg Bätzing
Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

Landesbischof Dr. Heinrich-Bedford-Strohm
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Metropolit Augoustinos
Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland


22. März 2020 MUT MACHEN 8

Geh hin mein Volk in deine Kammer und schließ die Tür hinter dir zu Verbirg dich einen kleinen Augenblick bis der Zorn vorübergehe

Spruch des Propheten Jesaja

Die heutige Morgenfeier des bayrischen Rundfunks finden Sie hier zum nachlesen oder anhören.


21. März 2020 MUT MACHEN 7

Liebe Gemeindeglieder,
Gemeinsame Gottesdienste in der Ottilienkirche sind für uns leider nicht möglich, auch nicht in der kommenden Woche am 29. März, wo wir uns normalerweise versammelt hätten.

Aber der Bayerische Rundfunk verstärkt deshalb ab sofort seine Angebote.

Kirchenrätin und Pfarrerin Melitta Müller-Hansen, die Beauftragte der ELKB für Hörfunk und Fernsehen in München können Sie am morgigen Sonntag 22. März im Radio und Fernsehen gleichzeitig erleben:

Im BR Hörfunk gibt es – wie jeden Sonntag – im Programm Bayern 1 von 10.05 bis 11.00 Uhr eine Evangelische und eine Katholische Morgenfeier: Pfarrerin Melitta Müller-Hansen spricht über „Mütterlicher Trost für Erwachsene“ und Pfarrer Christoph Seidl aus Regensburg über „Die Heilung eines Blindgeborenen“.

Im BR Fernsehen wird ebenfalls morgen, 22. März, von 10.15 bis 11.00 Uhr aus der Markuskirche in München ein nicht-öffentlicher evangelischer Gottesdienst mit Pfarrerin Melitta Müller-Hansen übertragen.

Und wer wissen will, was es sonst noch in Bayerischen Rundfunk zu religiösen Fragen zu hören und zu sehen gibt, findet hier viele Hinweise aus der Redaktion ‚Religion und Orientierung‘.

Der Leiter der Redaktion schreibt dazu: Die notwendige Minimierung aller sozialen Kontakte darf nicht dazu führen, dass wir uns aus den Augen verlieren. Wir brauchen Zuversicht und Hoffnung statt Depression und Mutlosigkeit. Gottesdienstfeiern auch ohne Publikum können dazu beitragen. Bleiben Sie Viren-frei! Ihr Wolfgang Küpper

Gott befohlen, auch am 4. Sonntag der Passionszeit mit dem lateinischen Namen ‚Lätare‘ – auf Deutsch: Freut euch! Bleibt fröhlich in eurer Hoffnung auf Gott, auch an diesem ersten Sonntag der Ausgangsbeschränkung.

Ihr/Euer
Eberhard Hadem, Pfarrer


20. März 2020 MUT MACHEN 6

Guter Gott Ich bitte dich drum dass mich keine Furcht überkommt Lass mich besonnen und mit klarem Blick erkennen was ich hier und heute tun kann Lass mich gut für mich und meine Lieben sorgen Guter Gott zeige mir wie ich anderen Menschen helfen kann.


19. März 2020 MUT MACHEN 5

Ein Kollege von mir schreibt: „Viele gute Ideen in diesen Zeiten, aber es wird inflationär! Ich soll ein weißes Tuch ins Fenster hängen, ich soll eine Kerze ins Fenster stellen, ich soll um 17.10 Uhr die Glocken läuten, ich soll um 19 Uhr auf dem Balkon ‚Der Mond ist aufgegangen‘ singen, ich soll um 21 Uhr Glocken für 5 Minuten läuten, am Sonntag soll ich wie alle anderen (…) um 10 Uhr die Glocken für 7 Minuten läuten (Solidarität!), möchte sie aber auch um 9.30 Uhr läuten, weil das unsere eigentliche Gottesdienstzeit ist… ICH HOFFE, ICH VERGESS NIX!” Ach ja, und alles bitte live streamen!

Ich bin am Tag 4 im Katastrophenfall innerlich noch nicht dazu bereit, am Balkon das Lied vom Mond zu singen. Waren die Italiener mit ihren Hymnen vor einiger Zeit auch noch nicht.

Aber wer weiß, wie es sein wird am Tag 71 oder Tag 163 nach einer womöglich ausgerufenen Ausgangsperre? Vielleicht will ich dann unbedingt hinaus auf den Balkon, um laut diesen wunderbaren Song zu schmettern! Und möchte ihn als Echo von der nächsten Terrasse hören.

Und ja, auch dann werde ich singen, weil ich meine eigene Angst bekämpfe. Aber dann singe ich zuerst(!) für den ganz realen Nachbarn neben mir, der inzwischen tatsächlich erkrankt ist. ‚Und lass' uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbarn auch‘, so hat Matthias Claudius zu Gott gebetet. Und wenn dabei meine eigene Angst etwas kleiner würde, wäre das schön.

Ich will keine einzige der genannten Aktionen kritisieren, die vermutlich auch Menschen berührt haben. Aber lasst uns nicht in einen Aktionismus verfallen, der öffentlich schön aussieht. Sondern lasst uns aktiv Andere in den Blick nehmen, die leicht übersehen werden – dass wir sie sehen, mitnehmen und nicht alleine lassen.

Zum Beispiel sehen Sie rechts oben auf dieser Webseite einen lila Button. Wenn Sie dort draufklicken, erfahren Sie in LEICHTER SPRACHE alles, was es zum Corona-Virus zu wissen gibt, auf gut verständliche Weise erklärt auf der Webseite des Kulturreferats der Stadt Nürnberg. Denn nicht jeder versteht Politikdeutsch oder Wissenschaftsdeutsch. Viel Freude beim Lesen! Und teilen Sie den Link!

Ihr/ Euer
Eberhard Hadem, Pfarrer


18. März 2020 MUT MACHEN 4

Seit heute Mittwoch, 18. März 2020, ist die Ottilienkirche bis auf weiteres

täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet
für Stille, Gebet und das Entzünden einer Kerze

Kerzen stehen zur Verfügung.
Wenn Sie etwas spenden möchten, legen Sie es in die Spendenkirche beim Ausgang.

Bitte halten Sie Abstand, wenn Ihnen Menschen in der Kirche begegnen.
Jede und jeder freut sich über einen freundlichen und achtsamen Umgang miteinander.

Gott befohlen

Eberhard Hadem, Pfarrer
für den Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Pfaffenhofen mit Pruppach



Kerzen laden ein zu Gebet und Stille in der Ottilienkirche -
den ganzen Tag von Morgen bis frühen Abend

17. März 2020 MUT MACHEN 3

Die derzeitige Situation in Deutschland ist auch für Kirchengemeinden beispiellos und ohne Vergleich in der Vergangenheit. Uns fehlt jede Erfahrung damit. Wir suchen nach Wegen, wie wir damit umgehen können. Wir brauchen Mitchristen, die uns dabei unterstützen.

In Pfaffenhofen hat gestern der Kirchenvorstand weitreichende Beschlüsse für unser gemeindliches Leben in den nächsten Wochen gefasst:
  • Alle Gottesdienste sind bis auf weiteres abgesagt. Auch am Karfreitag und Ostersonntag finden keine Gottesdienste statt, dafür wird es besondere Zeiten und Orte der Verbundenheit geben (s.u.).
  • Alle Taufen und Trauungen werden verschoben.
  • Beerdigungen finden in veränderter Form statt (s.u.).
  • Die Konfirmation ist auf den 18. Oktober verschoben worden. Wir wollen nicht ‚klein‘, sondern ‚groß‘ und ohne Einschränkungen feiern: Mit allen Familien, der ganzen Gemeinde und den Jubelkonfirmanden.
  • Das Gemeindehaus bleibt vorerst geschlossen. Für alle Gruppen und Kreise gilt: Ab sofort finden keine Veranstaltungen im Gemeindehaus statt.
  • Alle Chorproben und Chorauftritte sind abgesagt. Gerade Chormitglieder sind aufgrund der Nähe beim Musizieren besonders gefährdet.
  • Dies gilt auch bei Beerdigungen: Es findet kein Gottesdienst in der Kirche statt. Wir gehen von der Leichenhalle mit dem Sarg oder der Urne der Verstorbenen zum Grab; dort findet eine kurze und würdige Feier statt.

    Zur Vorbereitung der Beerdigung findet das Trauergespräch im Gemeindehaus statt. Wir werden keine Beschränkungen der Zahl der Teilnehmenden festlegen wie in anderen Gemeinden – darum die dringende Bitte an alle auf dem Friedhof: Bitte halten sie liebevoll einen Abstand von 1 bis 2m ein, reichen Sie einander nicht die Hand, bedrängen Sie niemanden in Ihrer Zuwendung und gehen Sie freundlich miteinander um. Ein Blick, ein Nicken, ein Wort sind jetzt angemessener als alle körperlichen Zeichen des Trostes.

    Alle Familien, Freunde und Nachbarn, die einen Angehörigen in den nächsten Wochen begraben müssen, werden zu einem gemeinsamen Trauer- und Gedenkgottesdienst in die Ottilienkirche eingeladen, wenn die Corona-Krise vorbei ist.


Gegen diesen ‚Katalog der Traurigkeit‘ in den nächsten Wochen verbinden wir uns an gemeinsamen ‚Zeiten der Hoffnung‘:
  • Ab Mittwoch, 18. März, ist die Ottilienkirche bis auf weiteres von 9-18 Uhr geöffnet für Stille, Gebet und das Entzünden einer Kerze. Kerzen stehen zur Verfügung. Bitte halten Sie Abstand – auch in der Kirche. Bleiben sie freundlich und achtsam mit anderen Kirchenbesuchern.
  • Jeden Tag um 19 Uhr läuten die Abendglocken der Ottilienkirche und laden ein zum Gebet. Jeder ist eingeladen, innezuhalten, das Vaterunser zu beten und um den Segen des dreieinigen Gottes zu bitten: „Ich bitte dich, Vater, Sohn und Heiliger Geist um deinen Segen.“ (In den nächsten Tagen werden wir weitere Gebete und Segensworte hier einstellen.)
  • Am Karfreitag, dem 10. April, läuten kurz vor 15 Uhr im Gedenken an die Todesstunde Jesu die Glocken. Sie laden ein zum Gebet in unseren Häusern und Wohnungen.
    Ab 15 Uhr schweigen dann die Glocken – bis zum Ruf der Auferstehung im Gottesdienst am Ostersonntagmorgen 12. April. (Weitere Einzelheiten dazu werden in der Karwoche vor Ostern hier veröffentlicht.)
  • Am Ostersonntag sind Sie in der Zeit zwischen 10 und 12 Uhr eingeladen, auf den Friedhof an der Ottilienkirche zu kommen, eine Kerze an der Osterkerze zu entzünden und diese aufs Grab ihrer Angehörigen zu stellen oder sie mit nach Hause zu nehmen. Menschen, deren Angehörige woanders beerdigt sind, können ihre Kerzen zu einem besonderen Auferstehungs-Ort auf dem Friedhof bringen. (Weitere Einzelheiten folgen in der Karwoche vor Ostern.)
  • Die Geburtstagsgrüße der Kirchengemeinde werden derzeit nur per Post bzw. durch persönlichen Einwurf in den Briefkasten verteilt.
  • Die Information über die Beschlüsse des Kirchenvorstands wird in den Tageszeitungen und auf dieser Homepage veröffentlicht.
  • In der Regel erscheinen täglich Gedanken und Informationen in MUT MACHEN auf dieser Homepage.

Ich bitte Sie/Dich im Namen des Kirchenvorstands um kreative Ideen und guten Rat an meine Mailadresse: Wie können wir als Christen in Pfaffenhofen unsere Verbundenheit im Katastrophenfall stärken? Oder sprechen Sie die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher an.

16. März 2020
Eberhard Hadem, Pfarrer
im Namen des Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Pfaffenhofen mit Pruppach


16. März 2020 MUT MACHEN 2

Die Bayerische Staatsregierung unter Führung von Ministerpräsident Dr. Markus Söder hat heute (16. März 2020) aufgrund der Corona-Pandemie ab sofort den Katastrophenfall für ganz Bayern ausgerufen.

Was das bedeuten wird, können wir alle noch gar nicht einschätzen. Niemand weiß, wie sich das Corona-Virus noch entwickeln wird und welchen exponentiellen Verlauf die Krankheitszahlen nehmen werden.

Der Kirchenvorstand Pfaffenhofen wird in den nächsten Tagen bekanntgeben, was er im Einzelnen für das Gemeindeleben beschlossen hat.
Wichtig ist uns:
Wir werden vieles einschränken müssen.
Wir wollen dennoch so viel Freude und Gottvertrauen wie möglich bewahren.

Wir suchen kreative Lösungen, wie wir unsere Verbundenheit stärken, auch wenn es in den nächsten Wochen eher wenige persönliche Kontakte geben wird. ‚Hand in Hand‘ denken, glauben und leben – das kann auch bedeuten: Einig im Geist Gottes sein, sich verbunden sehen und füreinander zu sorgen.

Und ich freue mich schon jetzt auf die Zeit, wo ich Ihnen und Dir ohne Bedenken wieder die Hand reichen kann!
Wenn wir uns bis dahin weiter fröhlich anlächeln und auch über 1 bis 2 Meter hinweg grüßen – das könnte eine Kultur werden, die uns in solchen Zeiten helfen kann, unsere Verbundenheit als Christen und Bürger/innen in Pfaffenhofen und den Dörfern bewusster wahrzunehmen.

Gott befohlen
Ihr
Eberhard Hadem


13. März 2020 MUT MACHEN 1

Liebe Gemeindeglieder und Bürger in Pfaffenhofen mit Pruppach und den Dörfern,

Auf dieser Webseite wird ab heute i.d.R. jeden Tag eine Botschaft erscheinen, die MUT MACHEN soll. Ermutigende Gedanken und Worte finden hier ihren Platz. Aber auch die neusten Meldungen zum Umgang mit dem Corona-Virus in den Kirchengemeinden werden weitergegeben.

Die aktuellste Pressemeldung unseres Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm ist von heute Sonntagnachmittag 17.00 Uhr:

Der Landeskirchenrat empfiehlt nach seiner heutigen Beratung allen bayerischen Kirchengemeinden dringend, bis auf weiteres auf alle Gottesdienste zu verzichten. Das gilt auch für Konfirmationen, Trauungen und Taufen, mit Ausnahme von Bestattungen.

Diese sehr weitgehende Bitte sowie andere Aufgaben und Herausforderungen wird unser Kirchenvorstand in den nächsten Tagen beraten und beschließen.

Die Kanzelabkündigung heute schließt mit den Worten aus 2. Tim. 1,7: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Ihr/Euer
Eberhard Hadem, Pfarrer


Kindergarten ab 16. März geschlossen

Liebe Eltern, liebe Familien!

Alle Schulen und KiTas in Bayern sind ab Montag 16. März bis einschließlich 19. April geschlossen.

Das bedeutet, dass auch der Kindergarten „Der Gute Hirte“ ab kommenden
Montag 16. März geschlossen ist
De facto gilt ab dann ein Betretungsverbot

Für weitere Informationen und laufende Aktualisierungen besuchen Sie bitte die Homepage des Kindergartens!

Mit guten Gedanken und Gebeten für Sie und Ihre Kinder, Gott befohlen
Ihr
Eberhard Hadem, Pfarrer
für den Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Pfaffenhofen


Advents- und Weihnachtslieder im Seniorenkreis

Herzlichen Dank der Flötengruppe unter der Leitung von Frau Inge Konrad für die schönen Advents- und Weihnachtslieder. Und allen, die Gedichte und Geschichten zu Advent und Weihnachten beigetragen haben, ein ebenso herzliches Dankeschön – es war ein fröhlicher Nachmittag.

Der nächste Seniorennachmittag findet am 15. Februar 2020 statt. Die neue Dekanatskantorin und Kantorin von Roth, Frau Seonghyang Kim, stellt sich zunächst musikalisch an der Orgel in der Ottilienkirche vor, danach im Gespräch bei Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus. Herzliche Einladung!


Ehrenamtspreis für Inklusion

Die Ottilienkirche mit der Rampe

Über unsere im Jahr 2018 gebaute Rampe gelangen viele Menschen barrierefrei in die Ottilienkirche. Sie ist ein kleiner Beitrag zu der Arbeit des Inklusions-Netzwerkes des Dekanats Schwabach geworden, das in diesem Jahr den Ehrenamtspreis der Bayrischen Landeskirche erhalten hat. Herzlichen Glückwunsch den Preisträgern des Inklusion-Netzwerks, besonders Herrn Stefan Burmann (re.) und Herrn Paul Rösch (li.). Die Kirchengemeinde freut sich mit Euch!

Paul Rösch und Stefan Burmann auf der Rampe vor der Ottilienkirche